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Ein Testbericht von Michael Rohde vom 30.08.2009
Guybrush is back - Nach unzähligen Jahren des Wartens gibt es endlich wieder ein neues Adventure mit Guybrush, Elaine, LeChuck und vielen weiteren Bekannten. Doch kann die neue Episode an den Charme der Vorgänger anschließen?

Das Ende vom Lied ist, dass wegen Guybrush' Dusseligkeit der Geisterpirat LeChuck zu einem lebendigen Menschen wird und sein Fluch Guybrush' Hand (sowie einige Piraten auf den umliegenden Inseln) infiziert hat. Dieses böse Händchen führt dummerweise ein Eigenleben und kommt Guybrush immer dann in die Quere, wenn es darum geht, Elaine retten zu wollen. Schließlich versenkt Guybrush sein Schiff mit einer gewaltigen Explosion und so strandet er auf der verträumten Insel Flotsam Island, auf der ein niederträchtiger Doktor mit einer geheimnisvollen Maschine dafür sorgt, dass kein Schiff die Insel mehr verlassen kann. Es liegt nun an Guybrush, ein Schiff zu finden - und eine Lösung, wie man damit von der Insel wieder weg kommt, um endlich seine geliebte Elaine aus den Klauen von LeChuck retten zu können...
Das Spiel "Tales of Monkey Island - Launch of the screaming Narwhal" wird es ausschließlich als Download-Version geben und aus 5 kleinen Episoden bestehen, von der jeden Monat eine neue Version erscheint. Allerdings muss man bereits für die erste Episode den vollen Preis bezahlen, ohne zu wissen, ob die übrigen Episoden überhaupt erscheinen. Diese zweifelhafte Vorgehensweise wirft einen dunklen Schatten auf das sonst recht gute Spiel.
Sieht man einmal von dem fragwürdigen Vertriebsweg ab (evtl. sollte man mit dem Kauf warten, bis alle 5 Episoden erschienen sind), handelt es sich bei "Tales of Monkey Island" um einen würdigen Nachfolger der zeitlosen Monkey-Island-Reihe. Allerdings wurde die Steuerung derart vereinfacht, dass man als Spieler kaum noch Interaktionsmöglichkeiten hat. Man klickt auf einen Gegenstand und das führt dann zu irgendeiner Aktion. Ob man eine Person nur ansehen will, oder mit ihr reden will, darauf hat der Spieler ebensowenig Einfluss wie darauf, ob ein Gegenstand geöffnet, benutzt oder verschoben werden soll. Das schränkt die Kreativität des Spielers sehr ein und vermittelt mehr das Gefühl eines Spielfilms, statt eines Point-and-Klick-Adventures.
Um 2 Gegenstände aus dem Inventar miteinander zu benutzen, muss man beide Gegenstände in ein bestimmtes Feld ziehen und auf einen speziellen Button klicken. Das ist zeitaufwändig und nervig, da man sich nicht mehr einfach "durchklicken" kann. Immerhin gibt es noch die Mögichkeit, einen Gegenstand des Inventars mit einem Gegenstand in der Umgebung zu benutzen. Doch wenn die Idee erfolglos war, so verschwindet der Gegenstand wieder im Inventar und man muss ihn erneut anklicken, wenn man ihn mit einem anderen Gegenstand in der Umgebung benutzen will. Das hätte man wirklich besser lösen können.
Ein weiterer "Zeitfresser" ist die "Untersuchen"-Funktion. Will man einen Gegenstand im Inventar näher untersuchen, muss man zuerst das Lupensymbol anklicken und anschließend den gewünschten Gegenstand. Offensichtlich ist den Entwicklern noch nicht aufgefallen, dass es so etwas wie eine rechte Maustaste gibt, für die eine solche "Untersuchen"-Funktion prima geeignet wäre. So aber bleibt der fade Beigeschmack, dass man mit einer unpraktischen Steuerung die Spielzeit künstlich in die Länge ziehen will.
Sieht man davon aber einmal ab, bietet das Spiel eine nette 3D-Grafik, professionelle Sprecher (bis Redaktionsschluss gab es nur die englischsprachige Version), passende Hintergrundmusik und das typische Monkey-Island-Feeling. Auch Guybrush hat nichts von seiner Naivität und seinem Witz verloren. Für Kenner der vorherigen Titel gibt es immer wieder Insider-Witze. Für die Lösung der Rätsel ist es jedoch nicht notwendig, die vorherigen Titel gespielt zu haben.

Alles in allem bietet das Spiel eine nette Unterhaltung, ist jedoch innerhalb eines Nachmittags locker zu schaffen. Darum sei jedem ans Herz gelegt, mit dem Spielen erst dann zu beginnen, wenn alle 5 Teile veröffentlicht wurden. So haben Sie nicht nur die Gewissheit, dass die übrigen Teile nicht überraschend eingestampft werden und zum anderen macht es einfach mehr Spaß, das Spiel von Anfang bis Ende durchzuspielen.
Fazit: Für Fans der Monkey-Island-Serie ist dieses Spiel ein Muss, für alle Übrigen eine gute Gelegenheit, auf den Geschmack zu kommen.
Das Spiel kann auf der Seite http://www.telltalegames.com/monkeyisland heruntergeladen werden - bis Redaktionsschluss allerdings nur in englisch.